Wolf und Mensch

Bis zu unserer Sesshaftwerdung vor rund 12.000 Jahren kam es offensichtlich zu keinen Konflikten zwischen Mensch und Wolf. Wölfe waren keine Nahrungskonkurrenten, sondern im Gegenteil: Sie kooperierten mit den Jägern und Sammlern und ließen sich vor bis zu 40.000 Jahren zu deren Jagdgefährten machen und nach und nach domestizierten. Erst nachdem der Mensch damit begonnen hatte, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und auf seiner Scholle zu verbleiben, veränderte sich seine Sichtweise auf den Wolf. Denn aufgrund seiner genetischen Veranlagung beschützte dieser nicht die Herden des Menschen, sondern wurde zur Gefahr.

Angst vor dem Verlust des Besitzes

Dieser historisch gewachsenen Beziehung zwischen Mensch und Wolf möchte ich auf den Grund gehen, da zu vermuten ist, dass sehr viele der Märchen, Mythen und Legenden, die sich um den Beutegreifer ranken, auf die Angst des Menschen um Besitz und Eigentum zurückgehen. Wie manche Legenden deutlich belegen, zeigte der Mensch hierbei genau das Übermaß an Niedertracht und Verschlagenheit, das er eigentlich dem Tier zuweist. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht verändert.

Spuren der Wölfe in Schrift und Sprache

Interessant sind auch die Spuren des Tieres in Schrift und Sprache. Diese finden sich nicht nur in vielen Orts- und Eigennamen, sondern darüber hinaus in Sprichwörtern, Aphorismen und Redewendungen.